BER-Aktion

Am Wochenende des 30.10.-01.11.2020 werden wir entschlossen die Eröffnung des BER in Berlin blockieren. Der Bau neuer Flughafeninfrastruktur in Zeiten der Klimakrise und einer globalen Pandemie ist Wahnsinn und durch nichts zu rechtfertigen!

Lest hier unseren Aufruf zur Aktion und unseren Konsens dafür. Wir freuen uns auf euch!

Aktionsaufruf

BERBlockieren, Einstellen, Recyceln
Aufruf der Pinguine zur Aktion in BERlin vom 30. Oktober bis 1. November

Es ist kaum zu glauben: Trotz immer bedrohlicherer Klimakrise und 9-jährigem Versagen will Berlin am 31. Oktober seinen neuen Flughafen eröffnen. Schon jetzt macht der Flugverkehr in Deutschland ca. 10 % der Klimawirkung aus – verursacht von einem kleinen Prozentsatz von Vielfliegenden und einer ungerecht bevorteilten Industrie.

Blockieren: Entschlossen und ungehorsam werden wir uns in einer Massenaktion und mit angemessenem Hygiene-Konzept der BER-Eröffnung entgegenstellen. Kommt mit den Pinguinen vom 30.10.-01.11. nach Berlin – denn die coolsten Vögel bleiben am Boden! Uns geht es dabei nicht darum, einzelne Passagiere zu blockieren, sondern einer ungerechten und klimaschädlichen Industrie die Absage zu erteilen. 

Einstellen: Wir werden den BER auf Eis legen und uns dafür einsetzen, dass der Himmel auch nach Corona blau bleibt, und dass Lärmbelastung und Emissionen nicht wieder abheben. Weniger Flughäfen und Flugverkehr, insbesondere im Globalen Norden, müssen Hand in Hand gehen mit einer radikal anderen Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensweise. Wenn wir es nicht schaffen, den Kapitalismus mit seinem Wachstumszwang und seiner Hypermobilität zu überwinden, sind weder die Verhinderung der Klimakrise noch soziale Gerechtigkeit und Bewegungsfreiheit weltweit möglich.

Recyceln: Das BER-Gelände ließe sich wunderbar in ein Nachbarschafts- und Freizeitzentrum sowie in ein Museum des fossilen Kapitalismus und der veralteten Mobilität umwidmen. Die massiven Steuergelder für die Flugindustrie, die nur Wenigen zugute kommen, müssen ab jetzt in eine klimagerechte Mobilität für alle umgeleitet werden. Über 6 Milliarden kostet uns der BER-Bau, 9 Mrd. bekam erst kürzlich der Lufthansa-Konzern und ca. 13 Mrd. erhalten die Airlines jährlich durch eine fehlende Kerosin- und Mehrwertsteuer. Profitieren tun wenige Konzerne und Vielflieger*innen: In Deutschland fliegen 7% der Menschen 10-mal oder häufiger pro Jahr – vorwiegend Wohlhabende. Die Mehrheit fliegt selten bis gar nicht – dafür nutzen wir alle täglich Öffis und Rad. Setzt euch mit uns für eine klimagerechte Mobilität für alle ein!

Lest den Aktionskonsens weiter unten und klickt hier für unsere Forderungen.

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Call to Action – English

BERBlock it, End it, Recycle it

The penguins´ call to action in BERlin from Oct. 30th to Nov. 1st

It is hard to believe: In spite of the increasingly threatening climate crisis as well as ten years of failure, Berlin plans to open its new airport on October 31st. Air travel accounts for up to 10% of Germany’s climate impact already – caused by a small percentage of frequent flyers and an unjustly advantaged industry.

Block it: We will protest against the opening of BER with a mass action – determined, disobedient and with an appropriate hygiene-concept. Join the penguins from Oct. 30th-Nov. 1st in Berlin – because the coolest birds stay on the ground. It is not our goal to block individual passengers but to dismiss an unjust and climate-damaging industry.

End it: We will put BER on ice in support of a sky that stays blue even after corona-times, and prevent noise pollution as well as emissions from taking off again. The reduction of airports and air travel, particularly in the global North, has to go hand-in-hand with a radical change in economics, our ways of working and our lifestyles. If we fail to overcome this compulsively growing capitalism and its inherent hyper mobility, it will be impossible to take serious action against the climate crisis or to provide global social justice as well as freedom of mobility.

Recycle it: The building and area of the BER could easily be re-used as a community- and leisure center. It could also be repurposed as a “museum of fossil capitalism and outdated mobility”. The massive amount of tax money invested in the aviation industry – which benefits only a few – has to be redirected towards a climate-just mobility for everyone. The cost of BER adds up to around 6 billion euros, the Lufthansa company recently received a bailout of 9 billion euros, and the lack of a kerosene- and value added tax results in gains of approximately 13 billion euros for the airlines per year. Only a small number of companies and frequent flyers are profiting: In Germany, only 7% of the people are flying 10 times or more per year – predominantly wealthy people. The majority rarely or never takes the plane, and instead uses bikes and public transport on a daily basis. Come and join us in the struggle for a climate-just mobility for everyone!

Read the action consensus below and click here for our demands.

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Aktionskonsens

Dieser Aktionskonsens ist ein verbindlicher Rahmen unserer Aktion Zivilen Ungehorsams. Er wurde in einem gemeinsamen Prozess von Am Boden bleiben im Konsens beschlossen. Der Aktionskonsens ist die Voraussetzung dafür, dass die Aktion für alle Teilnehmenden gut einzuschätzen ist. Alle Menschen, die sich dieser Vereinbarung anschließen, laden wir herzlich ein, sich an unserer Aktion zu beteiligen.

Vom 30.10-01.11.2020 werden wir gemeinsam mit vielen Menschen durch Aktionen des Zivilen Ungehorsams die geplante Eröffnung des BER stören. Wir setzen damit ein Zeichen gegen das Wachstum der Flugindustrie und die Verbrennung von Kerosin, eine der entscheidenden Ursachen für die globale Klimaüberhitzung und ihre dramatischen Folgen. Die Politik bleibt angesichts der Klimakrise untätig. Wir erachten es daher als notwendig, bewusst Regeln zu brechen, um die essentiellen Veränderungen hin zu einer sozial- und klimagerechten Lebensweise herbeizuführen.

Bei unserer Aktion hat die Sicherheit aller Beteiligten oberste Priorität. Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten, wir gefährden keine Menschen, von uns wird keine Eskalation ausgehen, und wir werden uns nicht provozieren lassen. Wir werden mit unseren Körpern blockieren. Es ist nicht das Ziel, Infrastruktur zu zerstören oder zu beschädigen.*

Unsere Aktion richtet sich nicht gegen einzelne Flugreisende, die Flughafenmitarbeitenden oder die Polizei, sondern gegen die Luftfahrtindustrie und die Politik, die deren Macht- und Profitinteressen erhält und unterstützt.

Über das Ende der Blockade wird in Absprache mit den Supportstrukturen und dem Delegiertenplenum entschieden. Wenn Kleingruppen die Blockade darüber hinaus aufrecht erhalten wollen, entscheiden einzelne ABb- und Support-Strukturen, ob und wie sie diese weiterhin unterstützen können. Wir erklären uns solidarisch mit Kleingruppen, die im Rahmen des Aktionskonsenses autonom den Betriebsablauf des Flughafens stören.

Wir kommen aus verschiedenen sozialen Bewegungen und politischen Spektren. Gemeinsam übernehmen wir die Verantwortung für das Gelingen der Aktion. Wir wollen eine Situation schaffen, in der wir aufeinander achten und uns gegenseitig unterstützen. Ob protesterfahren oder nicht, alle sollen teilnehmen können. Mit anderen Beteiligten und Betroffenen ist uns eine wertschätzende und respektvolle Kommunikation wichtig. Jegliche Form von Rassismus, Nationalismus, Antisemitismus, Sexismus und anderer Diskriminierung hat bei Am Boden bleiben keinen Platz.

*Wir informieren uns kontinuierlich über die aktuellen Entwicklungen
der COVID-19 Pandemie und werden ein Hygiene-Konzept entwickeln. Wir
werden uns im Rahmen der gesamten Aktionen an dieses Konzept halten, um
das Risiko von Ansteckungen gering zu halten.

Hygiene-Konzept

Unser Hygiene-Konzept wird bald an dieser Stelle erscheinen.