Literatur

Grünes Fliegen – gibt es das? (Stay Grounded)

Airline emissions growth out of control (Transport and Environment)

Steuern und Abgaben im Flugverkehr (VCD)

Klimawirksamkeit des Flugverkehrs (Umweltbundesamt, 2012)


Kritik am Flugverkehr in der Presse

In der ZEIT wird das Thema Fliegen und Klima unter dem Titel “Die Hölle am Himmel” ausführlich aus unterschiedlichen Perspektiven behandelt: die Familie, die Angehörige in Spanien hat, ein Atmosphärenforscher, der die Auswirkungen von klimaschädlichen Substanzen in großer Höhe erforscht, die Vertriebsmitarbeiter, die regelmäßig von Düsseldorf nach Hamburg fliegen, der Grünen-Verkehrspolitiker Michael Cramer und der Gründer von Atmosfair, Dietrich Brockhagen legen jeweils ihre Sichtweise dar.

Eine Flugreise ist das größte ökologische Verbrechen” schreibt Catherine Hoffmann in der Süddeutschen Zeitung. “Es ist eine Illusion der Wohlstandstouristen, dass eine Erholung am anderen Ende der Welt möglich ist, ohne genau diese Welt zu zerstören.”

Der Spiegel-Kolumnist Georg Diez kommt in “Der Airport-Kapitalismus. Es gibt kein Menschenrecht auf billiges Reisen.” zu dem Schluss: “Im Grunde sollten Flüge verboten werden, wenn die gleiche Strecke mit der Bahn in drei Stunden oder weniger machbar ist”.

Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin geht da weiter: er fordert ein Inlandsflugverbot, wie Susanne Götze in ihrem ausführlichen Artikel “Hört endlich auf zu fliegen!” berichtet. Sie beleuchtet weiterhin Aspekte zur schönfärberischen und zahlenverdrehenden PR-Strategie der Luftfahrtindustrie und den Problemen von Kompensationsmechanismen.

Der Artikel “Die Illusion des grünen Fliegens” im Web-Dossier der Heinrich-Böll-Stiftung zur “Neuen Ökonomie der Natur” klärt auf über das neue internationale Luftfahrtabkommen, das über Kompensation von Emissionen vermeint, das Problem zu lösen.

Die subventionierte Umweltsau” betitelt Christoph M. Schwarzer in der ZEIT das Flugzeug, und nennt die Tatsache, dass Kerosin nicht besteuert wird den “größten energetischen Skandal der Gegenwart”. Weitere Hintergründe über die von den Airlines geliebten Luftfahrt-Subventionen gibt es auch bei der Wirtschaftswoche.

Hintergründe zu unserer Begeisterung für Urlaub in fernen Ländern und seine Vision unseres zukünftigen (Fern-)Reiseverhaltens legt der Nachhaltigkeitsforscher Felix Ekardt in der ZEIT dar: “Ein- oder zweimal im Leben in einem Sabbatical, gerne auch auf dem Landweg, wirklich etwas von der Welt zu sehen, kann weit eindrucksvoller sein als der ganze Reisestress, den wir uns heute so antun.”


Weitere Artikel

Unter den Wolken.
Schnelle Bewegung ist klimaschädlich. Wenn es langsamer gehen soll, brauchen wir mehr Zeit.
Elsa Koester, der Freitag (Ausgabe 20/2019), 22.05.2019

Wer noch ins Flugzeug steigt, ist ein Klimasünder.
Bambuszahnbürsten sind nett, aber im Kampf gegen den Klimawandel egal. Wir müssen vor allem eines tun, sagt unsere Autorin: endlich mit dem Fliegen aufhören.
Kommentar von Kathrin Weßling, ZEIT, 05.05.2019

Flugreisen adé? Wie sich die Generation Greta das Reisen vorstellt. Mal eben übers Wochenende nach Barcelona, London, Paris: Für viele junge Leute sind Flugreisen etwas Selbstverständliches. Führt die #FridaysforFuture-Bewegung zu einem Umdenken? Oder fällt der Verzicht aufs Fliegen den jungen Kosmopoliten zu schwer?
Regina Voss, Deutschlandfunk Kultur, 13.04.2019

Plötzlich gibt es “Flugscham”. Welchen Einfluss haben Greta Thunberg und die Jugendbewegung für Klimaschutz wirklich? In der Tourismusbranche ist von einem “Greta-Effekt” die Rede.
Antje Blinda/AFP, Spiegel online, 12.04.2019

Klimastreik am Fluchhafen. Ver.di macht es vor: Um die Klimakiller in der Luft zu bekämpfen, muss Fliegen vor allem viel teurer werden. Egal mit welchen Mitteln.
Bernhard Pötter in seiner taz-Kolumne “Wir retten die Welt”, 19.01.2019

Ein Ofen für das gute Gewissen.
Reisende können ihren CO₂-Ausstoß mit kleinen Beiträgen kompensieren. Hilft das der Umwelt? Und was wird mit dem Geld gemacht?
Catiana Krapp, ZEIT, 12.12.2018

Fliegen ist nur so billig, weil andere die Kosten tragen. Am Streik von Ryanair sind die Passagiere auch selbst schuld: Sie genießen die billigen Tickets und machen sich um die Ausbeutung von Mensch und Umwelt keine Gedanken.
Kommentar von Petra Pinzler, ZEIT, 10.08.2018

Nur billig reicht heutzutage nicht mehr aus” Der Mobilitätsforscher Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin hält es für sinnvoll, die Flugbewegungen pro Mensch und Land zu deckeln. “Wir haben Busse, wir haben Bahnen, die könnten besser ausgelastet werden”, sagte Knie im Dlf.
Andreas Knie im Gespräch mit Martin Zagatta, Deutschlandfunk, 10.08.2018

Mobilität: Radikaler Einschnitt gefordert. Weniger Autos, weniger fliegen: Umweltexperten fordern eine Veränderung der Mobilität, um das Klima zu schützen. Innerdeutsche flüge sollen ganz verboten und die Zahl der Flugreisen pro Mensch gedeckelt werden.
Markus Decker, Frankfurter Rundschau, 10.08.2018

In der Luft ist noch Platz. Leider”. Der Mobilitätsforscher Andreas Knie über die Folgen des billigen Fliegens – am Boden und in der Luft.
Interview von Petra Pinzler, ZEIT, 08.08.2018

Flüge, Moral und Klimaschutz. Klimaschutz ist keine persönliche, sondern vor allem eine politische Frage – die auch politisch gelöst werden muss.
Gastbeitrag von Martin Unfried für klimareporter.de, 19.07.2018

Warum Touristen die Welt zerstören. Der Massentourismus setzt Menschen und Umwelt immer härter zu. Was wir brauchen, ist eine radikale Reform des Reisens.
Steffen Vogel, taz, 08.07.2018

Der Klimawandel und das Fliegen. Fliegen ist beliebter denn je, obwohl die große Mehrheit der Menschheit noch nie geflogen ist. Aber die kleine Minderheit, die regelmäßig fliegt, schadet der Umwelt extrem. Was tun?
Arthur Sullivan, Deutsche Welle, 10.01.2018

Klimaneutral fliegen – geht das? Fliegen ist extrem klimaschädlich. Doch so schlimm müsste es nicht sein. Klimafreundliche Flugrouten und Kerosin aus erneuerbaren Energien könnten den Flugverkehr umweltfreundlich machen. Wie soll das gehen?
Gero Rüter, Deutsche Welle, 01.07.2017