Anders bewegen – Mobilitätstage auf dem Klimacamp im Rheinland

Kurzinfos

Dir stinkt‘s, dass Automobilkonzerne soviel Macht haben? Du kannst es nicht fassen, dass deine U-Bahnfahrt in die Innenstadt fast so teuer ist wie ein Flug nach Paris? Du willst verhindern, dass wir mit Vollgas in den Klimakollaps rasen?

Dann komm zu den Mobilitäts-Tagen auf dem Klimacamp im Rheinland! Vom 17. – 19. August füllen wir dort ein Zelt mit Programm rund um das Motto „Anders bewegen!“ In unserem „Barrio“ (= Nachbarschaft, thematischer Teil eines Camps) erwarten euch Workshops und Diskussionsrunden zum Thema gerechte und ökologische Mobilität.

Am Samstagnachmittag (17. August) wird es ein Strategie- und Vernetzungstreffen geben, zu dem wir Menschen und Gruppen einladen, die schon in verschiedensten Verkehrswende-Initiativen aktiv sind – oder es werden wollen. Dort wollen wir uns kennenlernen, unsere Projekte vorstellen und Raum für gemeinsame Aktivitäten schaffen.

Außerdem wollen wir uns mit Aktionstrainings auf einen bewegten Herbst vorbereiten: vom 12.-15. 9. 2019 blockiert „Sand im Getriebe“ die Internationale Automobil-Ausstellung in Frankfurt und im November wird „Am Boden bleiben“ die Luftfahrindustrie gehörig aufmischen. Wenn ihr noch nicht genau wisst, ob ihr an den Protesten teilnehmen wollt, ist das eine gute Gelegenheit, euch erst mal zu informieren oder eine Bezugsgruppe zu finden, mit der ihr dort hinfahrt.

Und natürlich habt ihr rundherum die Möglichkeit, in das reichhaltige Programm des Klimacamps ( http://www.klimacamp-im-rheinland.de/) hereinzuschauen, mit euren Kindern auf dem Trampolin zu hüpfen oder abends am Lagerfeuer neue Menschen kennenzulernen.

Gemeinsam streiten wir für eine Welt ohne Premiumschlitten und Stadtpanzer; gemeinsam machen wir endlich Schluss mit dem Unfug durch Rumflug! Denn wenn wir nicht die Notbremse ziehen, rasen wir mit Vollgas in die Klimakrise.

Wir freuen uns über jede*n, der*die dazu kommt!

Praktisches: Das Klimacamp wird in der Nähe des Garzweiler-Tagebaus stattfinden, der genaue Ort steht noch nicht fest. Der nächste Bahnhof ist auf jeden Fall Erkelenz (zwischen Düsseldorf und Mönchengladbach).

Bitte haltet euch auf dieser Webseite über aktuelle Infos auf dem Laufenden!

Bei Rückfragen meldet euch bei: andersbewegen[ät]ambodenbleiben[dot]de
Bis bald!

Programm

SAMSTAG, 17. AUGUST 2019

10.30 Uhr Impulsvortrag
“Kein Unfug durch Rumflug” – Flugverkehr und Klimagerechtigkeit
Anne Kretzschmar, Am Boden bleiben / Stay Grounded

Fliegen ist die dreckigste und ungerechteste Form von Mobilität. Über 80% der Weltbevölkerung saß noch nie in einem Flugzeug. Wenige Vielflieger*innen, vor allem aus dem Globalen Norden, fliegen uns auf direktem Weg in die Klimakrise. Die Flugindustrie versucht sich auch noch durch angeblich “grüne” neue Treibstoffe und Kompensationsprojekte als nachhaltig darzustellen. Dabei sind sowohl der Anbau für Agrartreibstoffe als auch angebliche Kompensationsprojekten immer wieder für Landnahme und lokale Konflikte verantwortlich. In der Klimagerechtigkeitsbewegung ist Flugverkehr immer noch ein Nischenthema. Das wollen wir ändern!

In diesem Impulsvortrag werden die Problematik des Flugverkehrs vorgestellt sowie die aktuellen Kampagnen für eine Reduktion. Außerdem zeigen wir, wo sich Verknüpfungspunkte mit anderen Themen anbieten, z.B. Zeitwohlstand, soziale Gerechtigkeit und Widerstand gegen Deportation.

11.30 – 13 Uhr
Degrowth of Aviation – Reduktion von Flugverkehr

Anne Kretzschmar, Am Boden bleiben / Stay Grounded

Der Flugverkehr wächst rasant und es ist kein Ende in Sicht. Bis 2050 können bis zu 25% unserer CO2-Emissionen aus dem Flugsektor kommen, wenn wir nichts unternehmen! An der Problematik des Fliegens wird besonders deutlich, dass „grüne Lösungen“ nicht in Frage kommen: eine Schrumpfung des Sektors ist unvermeidlich, wenn wir die Klimakrise verhindern wollen. Es braucht eine grundlegende Abkehr vom Wachstumsmodell.

In dem Workshop werden Aspekte des Impulsvortrages am Morgen vertieft und politische Hebel diskutiert, mit denen das Problem sozial gerecht gelöst werden können.

15 – 17.30 Uhr
Netzwerktreffen Verkehrswende: Wo stehen wir, wo geht´s hin

Bei diesem Treffen stellen sich Initiativen vor, die sich für eine ökologische und sozial gerechte Mobilität einsetzen: „Am Boden bleiben“ (für eine Reduktion von Flugverkehr), „Sand im Getriebe“ (Blockade der Internationalen Automobilausstellung IAA), TKKG (Proteste gegen Kreuzfahrtschiffe), Robin Wood. Special Guests: die Pinguine, die jahrelang den BER sabotiert haben. Weitere Gruppen sind herzlich eingeladen! An diesem Nachmittag könnt ihr uns kennenlernen und erfahren, wie ihr bei uns mitmachen könnt. Außerdem wollen wir Strategien diskutieren, mit denen wir zusammen eine starke Bewegung für eine Verkehrswende aufbauen.

Ab 20 Uhr: Kulturprogramm auf dem Camp

SONNTAG, 18. AUGUST 2019

10.30 Uhr Impulsvortrag
Neue Bewegung braucht das Land – Aufruf zur Mobilitätsrevolution!
Janna Aljets, Sand im Getriebe

Der Kampf gegen die Klimakrise muss in Deutschland auch gegen die wohl mächtigste Industrie geführt werden – gegen das Auto! Ein zerstörerisches Verkehrssystem nimmt uns nicht nur Platz zum Leben und Luft zum Atmen, es trägt auch massiv zur Verschärfung der Erderhitzung bei. Wir müssen weg von Stadtpanzern, autogerechten Städten und einer politischen Priorität für das Auto und hin zu Fuß, Fahrrad und Bahn: Wir brauchen eine Mobilitätsrevolution! Bis dahin gilt es, Druck von unten aufzubauen, auch mit Aktionen zivilen Ungehorsams: Dafür bringen wir ein paar Ideen mit, wie wir der Autoindustrie „Sand ins Getriebe“ streuen….

11.15 – 13 Uhr
Auf die Straße! Widerstand gegen das Auto
Janna & Julian, Sand im Getriebe

Die Auto- Industrie gehört zu den mächtigsten Fraktionen der deutschen Wirtschaft und bildet das Fundament des deutschen Export-Modells – mit seinen verheerenden ökonomischen, sozialen und ökologischen Folgen weltweit. Es reicht nicht mehr, selbst Fahrrad und Bahn zu fahren. Es ist höchste Zeit, dem Automobilismus Sand ins Getriebe zu streuen. Wir wollen die VerkehrsWende – jetzt!

Der Workshop vertieft Aspekte des Impulsvortrages am Morgen und bietet Raum für Diskussion.

15 – 17.30 Uhr
Was bremst? Die Umsetzung der Verkehrswende in den Kommunen

Hannah Eberhardt, Verkehrsplanerin und Mobilitätsberaterin

Viele Städte haben inzwischen Konzepte für einen klimafreundlicheren Verkehr. Warum ist die Umsetzung oft so zäh? Was können für den Klimaschutz aktive Menschen tun, damit auch auf lokaler und regionaler Ebene der Verkehr klimafreundlich wird? Und lohnt es sich, mit (Stadt-)Verwaltungen zusammenarbeiten? Geplant ist ein Einführungsvortrag und anschließender Workshop.

Ab 20 Uhr: Kulturprogramm auf dem Camp

MONTAG, 19. AUGUST 2019

11.15 – 13 Uhr
Kreative Aktionsformen gegen den Autoverkehr
Dominique, Robin Wood

Aktionen wie die Blockade der IAA bringen das Thema Verkehrswende auf die Agenda der Klimagerechtigkeitsbewegung – denn wir wollen autofreie Innenstädte und ein Leben jenseits des Individualverkehrs! Welche weiteren Möglichkeiten des kreativen Protests gegen den Autoverkehr haben wir? In diesem Workshop wollen wir Erfahrungen und (neue) Aktionsideen austauschen – alle sind willkommen, egal ob ihr von euren bisherigen Aktionen berichten wollt oder noch nach neuen Ideen sucht!

15 – 17.30 Uhr
Aktionstraining für Sand im Getriebe
Aktivist*innen von Sand im Getriebe

Während der Aktionstage vom 13.-15 September 2019 wollen wir mit einer öffentlich angekündigten Aktion zivilen Ungehorsams die Internationale Automobilausstellung (lAA) blockieren: Wir setzen uns vor die Eingänge und blockieren die Klima- und Umweltzerstörer da, wo sie uns als Statussymbole präsentiert werden sollen. Unsere Aktion wird ein Bild der Vielfalt, Kreativität und Offenheit vermitteln.

In diesem Aktionstraining könnt ihr euch auf diese Aktion vorbereiten. Alle, ob protesterfahren oder nicht, können mitmachen.

Ab 20 Uhr: Kulturprogramm auf dem Camp

ALLGEMEINES

  • Der genaue Ort des Camps wird kurzfristig bekannt gegeben. Die nächstgelegene größere Stadt ist Erkelenz, am Tagebau Garzweiler.
  • Es gibt keinen festen Campbeitrag, sondern eine Spendenempfehlung, die ihr im Infopunkt findet. Die Idee: Jede*r gibt soviel er/sie kann.
  • Auf dem Klimacamp gibt es drei vegane Mahlzeiten pro Tag auf Spendenbasis. Bringt für die Übernachtung bitte eure eigenen Zelte mit!
  • Das Camp ist eine selbstorganisierte Veranstaltung. Wenn ihr kommt, werdet ihr Teil einer Gemeinschaft, die zusammen Verantwortung übernimmt: fürs Gemüse schnibbeln und Kloputzen genauso wie ein achtsames Miteinander und den Klimawandel.